Reisetagebuch Canterbury, UK – Tag 4 & 5

Tag 1

Tag 2 & 3

Tag 4

Am 4. Tag war wieder zeitiges aufstehen angesagt (um 8 Uhr) da ich unbedingt noch den Blog-Post für Tag 2 & 3 online stellen wollte. Vorher wollte ich selber nochmal drüber lesen, da ich den nicht unbedingt im Vollbesitz aller meiner geistigen Kapazitäten verfasst hatte, naja. Nach einem Frühstück (wie am 1. Tag) also schnell daran gemacht noch alles gerade zu ziehen, es online gestellt und auf zur Konferenz.

An diesem Tag waren die interessanten Symposien ROBOSEC (mittel) und LAB-RS (schon eher, auch zwei Vorträge von meinen Kollegen) dran. Aber der Konferenztag begann mit einer Keynote zum Thema “Mini-hopping robots for search and rescue and security”. Eine spannende Zusammenfassung über kleine Roboter die für Suche und Rettung konzipiert waren. Unter anderem wurden verschiedene Antriebs und Fortbewegungskonzepte vorgestellt. Darunter Roboter die springen oder fliegen können. Ein anderer Roboter konnte einen Enterhaken abschießen und sich daran hochziehen, allerdings wurde noch nicht erforscht wie er nach dem Hochziehen wieder runter kommt… Ein anderer Roboter konnte einen Schwarm kleinerer Roboter transportieren und dann abladen. Also schon spannende Dinge. Die ROBOSEC hatte zwar etwas mit Robotern zu tun aber war mehr auf Sicherheit konzentriert. Es wurden viele Systeme für den Unterwassereinsatz vorgestellt. Zufall? Nach dem Mittag gab es eine weitere Spannende Keynote in dem darauf eingegangen wurde wie man ethische und moralische Grundsätze auf Kampfroboter übertragen könnte und ob sich diese dann vielleicht besser daran halten als menschliche Soldaten.

Schließlich war dann die LAB-RS dran. Worum es im ersten Vortrag ging weiß ich nicht mehr so genau… ich kann mich aber dafür umso besser an die italienische Vortragende erinnern. Wie konnte das denn passieren, war das Taktik? Egal… im zweiten Vortrag wurde ein Ansatz vorgestellt um zufälliges, eigentlich ungewolltes, Verhalten zu erzeugen, dass dann aber vielleicht wieder nützlich sein könnte. Der Vortragende hatte ein Neuronales Netzwerk nicht auf Fitness für die Aufgabe trainiert sondern auf Komplexität. Diese Komplexität veranlasste seinen Roboter, der eigentlich lernen sollte einem Menschen zu folgen, immer den Raum abzufahren wenn er gerade keinen Menschen erkennen konnte. Im dritten Vortrag wurde ein Ansatz vorgestellt um mit den Armen eines Roboters am Oberkörper auftretenden Kräften entgegenzuwirken. Das System war auch von einem Neuronalem Netz gesteuert. Schließlich kam mein Kollege Matthias Rolf dran, er hat sein PhD-Thema vorgestellt. Ein System das es einem Roboter erlaubt den Umgang mit Werkzeugen zu lernen. Das Problem ist das sich der Arbeitspunkt bei verschiedenen Werkzeugen und im Unterschied zur leeren Hand ändert. Der Roboter bekommt quasi beibringen mit verschieden Werkzeugen umzugehen und den Arbeitspunkt unter Einsatz von Armen und Körper immer an die richtige Stelle zu bringen. Dann war mein quasi Kollege aus Bielefeld dran, Felix Reinhart. Sein PhD-Thema ist ein System das es autonomen Schiffen (Schnellboten) ermöglicht das eintauchen des Bugs bei starkem Wellengang zu vermeiden. Auch mit einem Neuronalem Netzwerk umgesetzt. Am Ende gab es noch einen Vortrag der sich damit befasste wie man einen kleinen Quadcopter auf einer Markierung landen lassen kann. Ich glaube auch mit NN.

Damit war die wunderschöne Konferenz beendend. Ich hatte mich noch mit ein paar Kollegen zum Essen und Trinken verabredet. Am Ende haben sich einige andere Konferenzteilnehmer auch noch dort getroffen. Zunächst sind wir in ein Pub während eine der Organisatorinnen nach einem geeignetem Restaurant gesucht hat. In dem Pub durfte ich zum ersten mal Ale trinken. Hmm naja anderer Geschmack als unsres, aber schon sehr wässrig. Bäh. Wurde dann aber noch auf einen sehr schönen lokalen Whisky aufmerksam gemacht, schon eher mein Geschmack. Dann sind wir zu 15. in ein italienisches Restaurant. Dort hab ich ein Steak, man nennt es in England Sirloin (Betonung auf o, ist ein Filetstück), gegessen, sehr lecker. Beim essen hatte ich eine sehr schöne Unterhaltung mit der Frau eines der Organisatoren (ich glaube zumindest das es seine Frau). Wir haben uns über Fast-Food / Ernährung, die politische Kultur in Amerika (sie kam aus Californien (glaub ich (der Alkohol))), die Medien und noch viele andere Dinge unterhalten. Anschließend ging es noch in ein Pub mit Live-Blues/Jazz und nach zwei weiteren Whisky war der Abend auch schon rum (und das Geld alle). Ich wollte ja wenigstens etwas intakt ins Flugzeug steigen.

Tag 5

Den Tag meiner Heimreise habe ich mit zwei Scheiben Toast begonnen und es dann auch dabei belassen. Auf dem Rückweg konnte ich noch etwas den Untergrund in London erforschen da meine U-Bahn nach Heathrow scheinbar gerade in dieser Woche im Bau war. Zunächst ging es von Canterbury West nach St. Pancras (diesmal direkt) allerdings musste ich dann erstmal zum U-Bahnhof unter Kings Cross laufen. Von dort per Tube nach Paddington und da mit dem Heathrow Express nach Heathrow. Der Express hatte sogar kostenloses WLAN, grandios. Trotzdem lernt man bei so einem durcheinander von Linien eine zentral organisiertes Schienennetz zu schätzen. Auch wenn es wenigstens übergreifende Leitsysteme gab, waren die Wege manchmal etwas schwer zu finden. Außerdem schien jeder Bahnhof sein eigenes Abfahrtdisplaylayout zu haben. Jedesmal wieder verstehen wie was gemeint sein könnte. Naja. In Heathrow ging es sehr flott, nach der Gepäckabgabe und der Sicherheitskontrolle hatte ich noch eine Stunde Zeit zum totschlagen. Der Rückflug war etwas bewölkt, was aber auch spektakulär aussieht wenn man über einer einzigen Wolkendecke fliegt. Wenn das Flugzeug startet sieht es erst so aus als gäbe es da eine Wand die über der Erde schwebt weil es noch Wolken gibt die etwas tiefer liegen. Wenn man dann über dieser Wand ist sieht es so aus als wäre die ganze Welt von diesem Sahneteppich bedeckt. Außerdem kann man einen kompletten Regenbogen(-kreis) sehen. Man muss nur dahin kucken wo der Schatten des Flugzeugs auf den Wolken liegt. Genau hinkucken!

So das wars von meiner Reise, mir hats Spaß gemacht. Neues Land, neue Gegend, neue Menschen. Gerne wieder, vielleicht dann ohne den Stress des Paperschreibens.

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