Reisetagebuch Canterbury, UK – Tag 2 & 3

Tag 1 bitte hier

Tag 2

Den zweiten Tag meiner Reise hatte ich mir für einen Stadtrundgang aufgehoben. Doch um den Tag zu beginnen musste ich zunächst einmal das Frühstück meistern. In meinem Hotel gibt es dankbarerweise kein „British Breakfest“ sondern „Continental Breakfest“. Denn auch wenn ich Rührei zum Frühstück nicht unbedingt schlecht finde, hatte ich nicht wirklich Lust darauf.

Also hab ich mich auf ein nettes Buffet mit Brötchen, Butter, Wurst und Käse gefreut. Ha! Das Erste was mir ins Auge sprang als ich an den Buffettisch trat war, das es Unmengen an Marmelade gab, süßes Früchte-Kompott und eine Sammlung Kellogsprodukten. Und ach, da, ganz am Ende des Tischs liegen tatsächlich ein paar Scheiben (einer Sorte) Käse und daneben, ja, Schinkenscheiben. Nur was drunter? Brötchen? Nirgendwo zu sehen. Brot… naja auf Nachfrage wurde ich dann zu einem Tresen verwiesen auf dem eine seltsame Maschine stand. Bei näherer Betrachtung entpuppte sich das Gerät als Durchlauf-Toaster (Yeah Toast!)  und daneben lagen ein paar Scheiben Toast zum toasten… naja wenigstens Vollkorn dabei. Also eine Scheibe genommen (ungetoastet) und zurück zum Buffet und eine Scheibe Käse rauf… „Wo ist jetzt die Butter? Ich geh kaputt. Vielleicht auf dem Tisch?“ Tatsächlich befand sich zwischen weiteren Marmeladebehältern auch Butterstücke verpackt in handliche XXXS-Paketchen. Egal zwei von den Dingern aufn Toast, Käse oben auf und reingebissen. Uhhääääääää… Salzig… Haben die da echt Salz in die Butter gepackt? Arg! Naja den Mist mit einem Glas Apfelsaft runtergespült. Als zweiten Gang hatte ich mich dafür entschieden etwas aus der Kellogsproduktpalette auszuprobieren. Als kleiner Knopp wurde ich damit quasi groß gezogen, esse aber jetzt zum Frühstück lieber ungesüßte Bio-Flakes mit Jogurt-Voll-Milch-Mischung und Kakao. Also vorsichtshalber nur die normalen Flakes genommen und nun Milch. Ja Milch… was ist „skimmed milk“? Nehm ich nun skimmed oder half-skimmed… Die Entscheidung war denkbar einfach zu fällen, alles was die mit Essen machen kann nur schlecht sein, also nimm lieber das wo sie es nur zur Hälfte gemacht haben. Inzwischen hab ich rausgefunden das skimmed entfettet meint, also war meine Entscheidung goldrichtig. Auch das Zeug war unglaublich süß :( Zum Abschluss noch eine Banane und done.

Nachdem ich mich ein wenig mit meinem Vortrag beschäftigt hatte (üben, üben, üben) bin ich raus in die Stadt und ein wenig umhergewandert. Zu meiner Überraschung hatten die Geschäfte auf, an einem Sonntag! Yeah, also direkt meinen Einkaufszettel abgearbeitet. Zweimal „Left 4 Dead 2“. Der erste Laden „Games Workshop“ war ein Laden für Warhammer-Bedarf, aber der verdammt freundliche Verkäufer hat mir eine vage Wegbeschreibung zu einem Laden namens „Game“ gegeben in dem ich Computerspiele bekommen könnte. Also erst mal etwas weiter durch die Stadt gewandert. Unterwegs stoße ich auf einen Laden namens „Gamestop“, „hmm, hab ich den Typen falsch verstanden? Egal rein.“ In dem ganzen Laden nur ein Regal für Computerspiele. Spiel nicht gesehen, Verkäufer gefragt. Antwort: „Yeah here it is!“, zieh eine Kopie die zwischen zwei Stapeln versteckt waren hervor, ich: „Is there another one?“, „Let’s ask the guy on the counter“… wie sich herausstellte war das die letzte Kopie in diesem Laden. Na toll. Also gekauft und geschaut ob ich noch was finde. Nach kurzer Wegstrecke sehe ich ein Schild „Game“! Aha also doch. Ab rein, selbes Spiel, wieder nur ein Regal für PC-Games. Verkäufer gefragt, ab an den Counter, „Yeah here is the last copy, enjoy.“ What a bloody coincidence! Naja, nun war ich stolzer Besitzer der vielleicht letzten zwei Kopien von “Left 4 Dead 2” in ganz CAAAnterbury!!1!

Nach dem ich die Spiele ins Hotelzimmer geschafft hatte war es Zeit für Mittag. Also ab ins Netz und schauen was es so gibt. Auf der Website von Canterbury.co.uk gibt es einige Restaurant Empfehlung. Ich wollte italienisch (Nudeln zum Mittag, ich hab mich so dran gewöhnt) und es gab auch zwei Adressen. Beide gleich um die Ecke vom Hotel (welches Mitten in der Innenstadt liegt (hatte ich das schon erzählt?)). Eines gewählt, also hin und rein. Hmm, naja. Das Restaurant heißt „Venezia“, man sollte denken das wenn der Name richtig ist auch das Essen nicht so schlecht sein kann. Andererseits kann Heut jeder bei Wikipedia kucken wie man es denn richtig schreibt… Naja, einfach Spagetti mit Bolognese-Soße und Parmesan bestellt. Dazu eine Cola. Beim Betrachten der Karte fällt mir zunächst auf, das man zu vielen Gerichten immer noch dieses oder jenes für ein paar Penns hinzu kaufen kann. Zum Beispiel Sahne aufs Eis oder Kuchen (CoolwHip ;P) oder Zutaten auf einen Burger. Keine Ahnung ob das üblich ist, aber war interessant.  Dann kam meine Cola. Die sah erst mal aus als wäre gerade ein Gletscherteil von der Arktis ab direkt in mein Glas hinein gebrochen. Obendrauf schwamm noch ein Strohhalm. Aha. Nagut, von mir aus. Bald waren auch die „Spagetti“ da und ich bin mir nicht mal sicher ob es nicht sogar Eiernudeln waren.  Aber die Soße hatte mit italienisch nicht mehr viel  zu tun, das war ein einziger Tropfen fett. Vielleicht hätte mir die aufgebaute Wand aus leeren Weinflaschen von denen keine früher als 1997 Datierte eine Warnung sein sollen. Naja es war essbar aber nicht in der Qualität die ich von einem Italiener erwarte. Und das Bezahlen wurde dann auch nicht am Tisch erledigt sondern am Tresen, odd. Naja danach hat es mich noch etwas durch die Stadt getrieben. Schöne Altstadt, so wie man sich eine typische englische Stadt so vorstellt.  Hauptsächlich diese Häuser die winzig aussehen, fast wie für Hobbits gebaut, auf jeden Fall aus einer anderen Zeit.  Enge Gassen, jede mit mindestens einem Pub. Naja ich bin dann auch bald wieder in meine Residenz zurück. Der Vorteil an meinem Hotel ist das man sich Kostenlos die Canterbury Cathedral anschauen kann. Das hab ich dann auch getan. Mal wieder Zeit für eine Oddity im britischen. Das Kathedralengelände ist quasi abgesperrt. Aber es leben auch privat Leute dort. Für die gibt es Haltezonen in denen sie ihre Fahrzeige abstellen können. So gab es auch Bereiche wo das Abstellen von Fahrzeugen verboten war und da war tatsächich alle 2 Meter ein Schild an den Stein geschlagen „No Parking“, etwa 5x direkt neibeneinander (Just to be safe!). Aber das nicht das einzige Mal das die Britten sehr explizit sind. Das Vorfahrt-beachten-Schild hat noch einen Text drauf geschrieben “Give Way”, No shit Sherlock! Die Kathedrale ist schon ein grandioses Bauwerk, aber wenn man bedenkt wie zu Zeiten als die Kathedrale erbaut wurde die Menschen vor den Mauern gelebt haben und wie drinnen die „Geistlichen“ wird einem doch schon anders.  Anyways, den Rest des Nachmittag hab ich mit noch mehr Vortrag üben und „Rambo First Blood II“  verbracht. Abends hab ich mir dann mit dem Freund einer Freundin ein leckeres Curry in einem Wagamama gegönnt. Das scheint so eine Art japanische Restaurantkette zu sein. Das Essen war super, und ich konnte mal wieder ein Kirin trinken. Zu essen hatte ich ein Curry Chicken Katsu oder so, hat mich fast an die guten Curry-Zeiten beim HRI in Offenbach erinnert. Aber kam dann doch nicht ganz ran was die Qualität des Curry betraf, dafür war die Quali des Hühnchen um Längen besser. Nach dem leckeren Abendessen hab ich mir dann noch Rambo III angeschaut und war etwas enttäuscht das Leute mit deutschem Dialekt als Russen herhalten mussten. Abgesehen davon versteh ich jetzt warum das blaue Licht blau ist. Die Nacht hab ich dann mindestens zweimal geträumt ich sei zu spät zu meinem Vortrag gekommen. Leider alles leere Versprechen…

Tag 3

Aufgestanden bin ich 8:30 Uhr MEZ (hehe, ich habs garnich erst umgestellt) Nach einem ähnlich schlechtem Frühstück wie dem Gestrigen (statt Cornflakes diesmal Frosties genommen(Buuuhhääää)) hab ich mich erst mal in Schale geworfen. Mathias in Anzug, schnieke der Herr Piefke. So alles eingepackt, Strom, Maus, Laptop, Notizblock usw… und auf zur Busstation. Erstmal wieder nix gerafft an dem Haltestellenaushang. Egal ich wollte mit dem Uni-Bus fahren und nicht mit dem Triangle (?) also gewartete. Der Bus kam auch wenig später. Also ein Hin-und-Rück-Ticket gekauft was in Wahrheit ein Tagesticket war. Naja  nächste Haltestelle steigt einer ein der schon so ein wenig aussieht als würde er auch zur Konferenz wollen. Ich hatte natürlich keine Ahnung wo ich raus musste, der Bus hat keine Haltestellenansage aber ich hatte die Karte des Campus in etwa im Kopf. Dann fängt der mutmaßliche Kollege an seine Sitznachbarin zu fragen wo er denn raus müsste. Als ihm das gesuchte Gebäude nicht einfällt ruf ich so rein „You mean, Grimmore or Grimlord or something?“, „Yes like that“, woraufhin meine Sitznachbarin meint, ja ich muss da auch aussteigen ich zeig ihnen wo es ist. Point :D (In Wahrheit heißt es Grimond-Building.)  Nach dem Aussteigen frag ich den Kollegen „Bist du nicht…“ und jap damit hatte ich meinen ersten Kollegen gefunden. Bei der Konfi-Registrierung angekommen gab es einen Batch „Mathias Rudolph“ und einen „Matthias Rudoph“, ich nachgefragt ob es tatsächlich noch jemand mit meinem Namen auf der Konf. gibt. „No, just a fail print“ Als dann mein Kollege Matthias Rolfes meint, es gäbe keinen Batch mehr für ihn war mir alles klar. Die erste Papersession war nicht so spannend, vor allem da zwei von vier Sprechern fehlten. Danach gab es also Lunch… Pfffff… es gab Streifen von belegten Sandwiches, immer hin etwas Paprika und „Minipizzas“… Naja dann war meine Session dran. Modelling and Simulation in Emerging Security Technologies. Um es mal diplomatisch auszudrücken, fühlte ich mich ideologisch und fachlich am falschen Platz. Naja mein Paper hatte etwas mit Modelling zu tun. Aber eigentlich hatte ich für die LAB-RS eingereicht und war dann doch in der EST raus gekommen. Meinen Laptop hatte ich auch umsonst mitgebracht (das schwere Mistvieh) da alles auf den Vorlesungsrechnern ablaufen konnte (die hatten sogar PowerPoint 2007).

Mein Vortrag verlief dann auch recht gut. Ich konnte scheinbar nicht nur mich selber davon überzeugen, dass ich überhaupt nicht nervös war!!1! Zumindest meinten das meine wohlwollenden Kollegen. Allerdings muss mich irgendetwas dann doch verraten haben, denn der Chair meinte danach „Ist ihre erste internationale Konferenz was?“ aber ein paar positive Worte kamen auch noch von der Seite. Ich muss zu meiner Verteidigung sagen, dass der Chair Fragen mitten in meinen Vortrag hinein gefragt hatte. Unfair sowas!!!1 Aber, ne ging schon. So dann gab es noch eine Diskussions-Session indem ein improvisierter Sprecher anfing, „irgendwas“ zu erzählen weil der echte Sprecher irgendwie den Weg nicht gefunden hatte und darauf hin wieder nach Hause gefahren war. Die Diskussion gab es auch nicht wirklich, naja. Also ab ins Hotel, Klamotten weg, was Angenehmes angezogen und angefangen den Artikel hier zu schreiben. Allerdings ist halb 8 treffen für das Konferenz-Dinner, also musste ich schnell wieder los (War dreiviertel 6 im Hotel)

Auf dem Weg zum Dinner hab ich noch eine Gruppe Abi-Fahrer aus der Nähe von bei Düsseldorf getroffen. Und wie sich herausstellt gibt es in den Bussen (Doppeldecker übrigens) doch eine Ansage. Beim Einsteigen meinte ich zum Busfahrer, dass ich gern zur Uni fahren würde. An fälliger Haltestellte rief der Busfahrer tatsächlich 2x „University“ bevor er dann beim 3. Mal verdeutlichte „University, I thought you want to get out here since I turn around now“. Sag das doch eher, sonst wäre ich auch noch eine weiter gefahren… Egal, beim aussteigen besagte Abischüler kennengelernt. Nach kurzer Unterhaltung aufgemacht die Dinning Hall im Darwin Building zu finden und dabei erstmal leicht auf dem Campus verlaufen. Aber ich hab mein Ziel noch immer gefunden, so auch Heute. Machen wirs kurz: Einen Japaner, einen Nordiren, zwei Britten und einen weiteren Deutschen kennen gelernt etwa eine Flasche Wein geleert und dann auch noch von einem der Britten zurück in die Stadtgefahren wurden, mit der Aussicht auf Pub-Besuch am Dienstag. So jetzt ist es 1 Uhr (MEZ) und ich muss wieder 8:30 Uhr (MEZ) raus damit ihr das auch noch lesen könnt. Also Gute Naaaaacht.,.mhdoi

PS.: Den Rest gibts erst am Mittwoch.

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